Auch wenn inzwischen das Einmotten der Boote wieder ansteht, will ich euch doch noch schnell ein wenig mitnehmen.
Eine ganz wichtige Neuigkeit: Im Juli, in der Woche, in der ich mit einem Teil meiner Familie segeln gehen wollte, hat die Werft es geschafft, meine Wanten zu erneuern. Ich komme also am Tag früher an und Julia liegt ohne Mast im Hafen beim Mastkran.

Ich werde abends begrüßt mit: „Eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Wanten sind getauscht, dabei ist was kaputtgegangen und wir haben noch kein Ersatzteil gefunden.“

Ich dachte nur: Das kann nicht wahr sein. Drei Jahre besteht der Auftrag, die Wanten zu erneuern, und einen Tag, bevor ich vor meiner Familie angeben will und sie zum Segeln einlade …
Lange Rede, kurzer Sinn: Als meine Familie ankam, lag der Mast noch brav neben dem Schiff.
Aber, das muss man sagen, am Nachmittag stand der Mast und ein Teil der Familie war völlig fasziniert vom Maststellen.
Danach sind wir noch schnell unter Motor rausgefahren, da keine Zeit mehr war, um die Segel anzuschlagen. Das haben wir dann am zweiten Tag gemacht. Schließlich war das Ganze nur für zwei Tage geplant. So haben wir doch noch ein schönes Wochenende auf Julia verbracht.
Dumm nur, dass es in der Nacht geregnet hat und eindeutig zu viel Wasser durch die Fenster gekommen ist.
Ach, ein paar Wochen vorher hatte ich gut 150 Liter Wasser in der Bilge. Soviel war da noch nie drin.
Jetzt aber konnte ich live sehen, woher das Wasser kam.

Am Rand der Fenster ist das Boot nicht wirklich gerade, sondern weist eine leichte Krümmung auf. Wahrscheinlich haben wir beim Aufkleben der Scheiben diese zu stark angedrückt und bei den irren Temperaturen hat sich der Sika-Kleber gelöst und die Scheiben haben sich wieder gerade gemacht. Dabei sind dicke Spalten zwischen Scheibe und der Bootswand entstanden. Der perfekte Weg für das Wasser des halben Aufbaus, um durch diese Spalten ins Boot zu laufen.
Nach kurzer Absprache mit dem Werftbesitzer hat er mir Würth-Kleber besorgt und ich habe die Fenster komplett rausgenommen, vom alten Sika befreit und entfettet. Dann dick mit Würth-Kleber wieder auf die Bootswand gedrückt. Diesmal aber nicht so stark und vor allem mehr Kleber zwischen Scheiben und Bootswand aufgetragen, sodass die Scheiben besser eingebettet sind.
Bis jetzt hat es gehalten und kein Wasser ist mehr ins Innere gekommen.
Jetzt mache ich mir etwas Sorgen über die Bilge. Die ist im Heck so tief und eng, dass ich keine Chance habe, da hineinzukommen und zu sehen, ob sich da Rost bildet. Das wird noch eine heftige Arbeit werden, aber das muss warten.
Außerdem habe ich inzwischen die beiden Batterien erneuert, nachdem die Starterbatterie Anfang des Jahres bereits ihren Geist aufgegeben hatte; folgte nun die Verbraucherbatterie. Hurra, endlich Geld für Batterien ausgeben. Außerdem musste ich feststellen, dass Batterien nicht die gleiche Höhe haben. Dieses Model war ca. 1 cm Höher und passte damit nicht unter die Motoraumluke. Also musste ich die ein Stück kürzen.

In dem Zuge ist mir auch bewusst geworden, dass die Batterien nicht gegen Kurzschluss gesichert sind. Also habe ich die Wege vom Ladegerät zur Batterie und von der Batterie zum Verbraucher mit Sicherungen versehen, sodass versehentliche Kurzschlüsse aufgefangen werden.
Ansonsten haben die Winschen neue Gummiklemmen bekommen, um die Leinen festzuklemmen. Ich muss sagen, der Wechsel ging wirklich sehr einfach. Die alten abschneiden und die neuen Gummis erwärmen und mit Spüli aufziehen. Das ging schmatzend, saugend.
Was jetzt noch ansteht, ist der Motor. Eigentlich wollte ich letztes Wochenende mit einem Freund Ölwechsel und diesen ganzen Filterkram tauschen, aber dann waren wir zu faul und haben zu viel gechillt. Musste wohl mal sein. Also steht das bald an.

To be continued…



